Mental Mapping



Ausschnitte aus einem der fast vierzig Interviews:


…ich find den Osten nicht unbedingt attraktiv. Der Osten erinnert mich natürlich an den Osten. Ich find des alles ein bisschen grau und ich bin, ich fühl mich als Westberliner. Ich fühl mich bis heute irgendwie als Westberliner


Nein, es ist nicht mehr... ich mein, wenn man sich hier umschaut, es ist... es ist, sehr zusammen gewachsen, es ist alles viel bunter geworden, es ist jetzt praktisch eine Stadt. Aber, trotzdem, ich muss es ehrlich zugeben, wenn ich mit der S-Bahn fahre, vom Alexanderplatz zum Bahnhof Zoo, weiß ich bis heute immer noch, zwischen Friedrichstrasse und Lehrter Stadtbahnhof, hier war die Mauer. Wenn ich durch die Stadt gehe, egal irgendwo, weiß ich genau, hey, vor zehn Jahren stand ich hier und hier war ne Mauer. Hier war ne Mauer und ich stand da und hab den Leuten da zu gewunken. Deswegen des... des kann man aus der Erinnerung nicht tilgen. Des wird wahrscheinlich immer so bleiben. Ich werd immer noch mich daran erinnern, hier war ne Mauer. Nur ich hatte das Glück, ich stand auf, ich stand auf der westlichen Seite. Ich genoss die Freiheit und es war, es war ein besonderes Flair, man fühlte sich wie auf einer Insel. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern. Des ist so’ne Insel und man sitzt drin und draußen sind die Bösen.

... ich fühlte mich immer der deutschen Bevölkerung näher als der türkischen. Um das mal ganz deutlich zu sagen. Und ich hab mich in, ich bin in Wilmersdorf-Charlottenburg aufgewachsen und... mochte irgendwie eher so die, diese Bezirke statt Wedding und Reinickendorf. Das hat natürlich nichts mit, mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, ich mein, ich bin ja selbst fremd. […] Also, es war für mich einfacher mit Deutschen und mit Polen und mit Russen zu kommunizieren statt mit Türken und mit Arabern. …