Migration | Bewegungsmuster

Der Mensch. Die kleinste wirtschaftliche Einheit
Männer und Frauen erzählen von Arbeit, Geld und Leben in 38 Ländern, Gabriele Fischer (Hg.), Peter Lau (Hg.)
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Chinesen in Malaysia: Sie sind gut organisiert,
wirtschaftlich erfolgreich – und werden von den einheimischen Malaien enorm beneidet. (Auszug)

35 Millionen. So viele Chinesen sollen in den ersten Jahren nach dem Millennium ihren Wohnsitz außerhalb Chinas gehabt haben. Diese Auslandschinesen genießen daheim, auf dem Festland, ein hohes Ansehen: Ihr Anteil an den Investitionen in China liegt bei stolzen 80 Prozent. Die Verbundenheit mit ihrer Herkunft zeigt sich auch daran, dass die meisten nach wie vor in Südostasien leben: in Indonesien, Thailand und an dritter Stelle in Malaysia.
In die malaysischen Gebiete kamen die Auswanderer schon früh: erst als unabhängige Händler und später, im 19. Jahrhundert, vor allem als Arbeitskräfte für die britischen Besatzer. Aktuell machen die Chinesen als zweitgrößte Gruppe ein knappes Drittel der Bevölkerung aus. Es heißt zwar immer wieder – zuletzt in vielen Zeitungsartikeln anlässlich des 50. Geburtstags der parlamentarischen Monarchie am 31. August 2007 –, dass in dem wirtschaftlich aufstrebenden Land unter einem gemäßigten Staatsislam unterschiedliche Ethnien und Religionen einigermaßen friedlich zusammenleben. Fachleute beobachten allerdings eine tief verwurzelte soziale Spaltung der Gesellschaft.

Polnische Arbeiter in Deutschland: Seit fast 140 Jahren sind
die billigen Werktätigen aus dem Nachbarland bei uns gefragt – und ebenso lang misstraut man ihnen. (Auszug)

Pilawa, Bednarz oder Schimanski – wer denkt bei diesen Namen, die in der deutschen Fernsehlandschaft völlig unverdächtig klingen, schon an Autoschieber und Billiglohn? Doch mit einer schlichten Trennung in Gut und Böse kommt man nicht weit, will man das Verhältnis der Deutschen zu den Polen begreifen. Denn das ist nach wie vor schwierig: Dariusz Rogala hat vermutlich recht, wenn er sich wenig Hoffnung auf einen Job im Deutschland des 21. Jahrhunderts macht – zumindest auf einen regulären. Aber vielleicht ist das für ihn nicht so schlecht: Wenn er sich schon zwischen Warschau und seinem Heimatdorf als »Wanderer zwischen zwei Welten« fühlt, wie ginge es ihm wohl erst hierzulande als Fahrer mit einer begrenzten Arbeitserlaubnis?

Erschienen ist das Buch im März 2008 im Knesebeck Verlag.
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Der Mensch. Die kleinste wirtschaftliche Einheit

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